Kennen Sie diese Jugendwörter noch?

Von „dufte“ bis „cringe“: was Sprache über ihre Zeit verrät

TikTok-Trends, virale Challenges, Schönheitsideale auf Instagram und endloses Scrollen: Wenn über Jugendliche gesprochen wird, stehen soziale Medien oft im Mittelpunkt. Die Diskussionen reichen von Medienkonsum und Konzentrationsfähigkeit bis hin zu psychischer Gesundheit und gesellschaftlichem Druck.

Dabei gerät ein spannender Aspekt häufig in den Hintergrund: die Sprache.

Jugendwörter im Sprachwandell_Apostroph Group

Denn gerade im Wortschatz junger Menschen sind die Einflüsse digitaler Plattformen besonders sichtbar. Begriffe entstehen innerhalb weniger Tage, verbreiten sich millionenfach und verschwinden oft genauso schnell wieder.

Am 12. August ist Internationaler Tag der Jugend – höchste Zeit, unseren Wortschatz zu entstauben und zu prüfen, ob wir noch mithalten können oder schon „cringe“ sind.

Können Sie diese Jugendwörter noch übersetzen?

Hand aufs Herz: Wissen Sie spontan, was diese Begriffe bedeuten? Und noch spannender: Welche davon verwenden Sie heute vielleicht selbst noch?

Jugendwort

Bedeutung

knorke

?

dufte

?

geil

?

cringe

?

slay

?

Die Auflösung folgt später. Vielleicht merken Sie dabei schon: Jugendwörter altern erstaunlich schnell. Was für die eine Generation selbstverständlich klingt, wirkt für die nächste oft wie eine Fremdsprache. Gleichzeitig schaffen es manche Begriffe in den allgemeinen Wortschatz und bleiben dort oft deutlich länger als gedacht.

Warum Jugendliche ihre eigene Sprache entwickeln

Jugendsprache ist kein neues Phänomen. Jugendliche haben schon immer eigene Wörter und Redewendungen entwickelt. Damit schaffen sie Zugehörigkeit, grenzen sich von älteren Generationen ab und reagieren auf gesellschaftliche Entwicklungen.

Dabei ist Jugendsprache weit mehr als ein Sammelsurium ungewöhnlicher Begriffe. Sie funktioniert wie ein Seismograf für Veränderungen. Neue Medien, gesellschaftliche Debatten oder kulturelle Einflüsse spiegeln sich oft zuerst im Wortschatz junger Menschen wider.

Was Jugendwörter über ihre Zeit verraten

Wer sich verschiedene Generationen anschaut, erkennt schnell: Sprache und Zeitgeist sind untrennbar miteinander verbunden.

„Dufte“ und „knorke“
Diese Begriffe waren vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren verbreitet und stehen für eine Zeit, in der regionale Sprachräume noch stärker präsent waren als heute. Was damals modern klang, wirkt heute nostalgisch oder sorgt für ein Schmunzeln.

„Cool“, „krass“ und „geil“
Mit Popkultur, Musikfernsehen und internationalen Einflüssen veränderte sich der Wortschatz vieler Jugendlicher. Interessant dabei: Einige dieser Begriffe haben den Sprung in die Alltagssprache geschafft. Wer heute etwas als „cool“ oder „krass“ bezeichnet, denkt kaum noch daran, dass diese Wörter einst als typische Jugendsprache galten.

„YOLO“ und „Swag“
Mit sozialen Netzwerken und Smartphones verbreiteten sich neue Wörter erstmals in globalem Tempo. Begriffe konnten innerhalb weniger Wochen internationale Bekanntheit erlangen und wurden Teil der Alltagssprache vieler Jugendlicher.

„Cringe“ und „slay“
Heute bewegen sich viele Jugendliche selbstverständlich zwischen verschiedenen Sprachwelten. Englischsprachige Inhalte, Gaming, Streaming-Plattformen und soziale Medien prägen die Kommunikation stärker denn je. Wörter werden übernommen, angepasst und neu kombiniert. Dadurch entstehen Ausdrucksformen, die sich nicht mehr eindeutig einer einzelnen Sprache zuordnen lassen.

Wenn Jugendwörter erwachsen werden

Nicht jedes Jugendwort verschwindet wieder.

Wer heute von einer „coolen Idee“ spricht, etwas als „krass“ bezeichnet oder nach Feierabend „chillen“ möchte, verwendet Begriffe, die einst ebenfalls als Jugendsprache galten.

Andere Wörter verschwinden dagegen fast vollständig aus dem Alltag. Manche wirken heute sogar befremdlich, weil sie gesellschaftliche Vorstellungen transportieren, die nicht mehr zeitgemäß sind. Das gilt insbesondere für Begriffe, die Menschen auf ihr Äußeres reduzieren oder stereotype Rollenbilder vermitteln.

Sprache verändert sich eben nicht nur sprachlich, sondern auch gesellschaftlich.

Die Auflösung

Falls Sie beim Quiz geraten haben:

Jugendwort

Bedeutung

knorke

großartig

dufte

toll

geil

begeisternd, beeindruckend

cringe

peinlich, unangenehm

slay

etwas besonders gut machen

Wie viele Begriffe kannten Sie? Und welche davon verwenden Sie heute noch?

Sonja Rademakers | Marketing Manager bei Apostroph Group
„Ich liebe Sprache und Musik. Wenn ich nicht gerade Marketingstrategien bei Apostroph entwickle oder kreative Ideen querdenke, verrenke ich mich zum Ausgleich gern beim Yoga, musiziere oder bin draußen unterwegs – beim Joggen oder Surfen.“
Sonja Rademakers · Marketing Manager

Sprache bleibt in Bewegung

Ob „dufte“, „geil“ oder „cringe“: Jugendwörter sind weit mehr als kurzlebige Trends. Sie zeigen, wie kreativ Menschen mit Sprache umgehen und wie gesellschaftliche Entwicklungen unseren Wortschatz beeinflussen.
Viele Begriffe verschwinden wieder. Einige schaffen den Sprung in die Alltagssprache. Welche Wörter in 10 oder 20 Jahren noch verwendet werden, lässt sich kaum vorhersagen.

Sicher ist nur: Die nächste Generation arbeitet bereits an neuen Begriffen, die uns überraschen, irritieren oder begeistern werden.

Wer wissen möchte, welche Wörter junge Menschen aktuell beschäftigen, darf gespannt sein: Am 28. Juli werden die Top 10 der Wahl zum Jugendwort des Jahres 2026 veröffentlicht. Alle Informationen zur Wahl finden Sie bei Langenscheidt.

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