Die größten Probleme entstehen oft nicht beim Übersetzen selbst, sondern vorher: durch späte Änderungen, unklare Versionen, fehlende Zuständigkeiten oder Begriffe, die im Unternehmen nicht einheitlich verwendet werden.
1. Zahlen ändern sich, aber nicht überall
Eine Kennzahl wird aktualisiert, doch die Änderung landet nur in der Tabelle und nicht im Fließtext. Oder die deutsche und die englische Version enthalten unterschiedliche Stände.
Das wirkt unsauber und kann Vertrauen kosten. Klären Sie deshalb vor Projektstart, wie final die Inhalte sind und wer Änderungen bündelt. Eine zentrale Datei und ein klarer Änderungsstand helfen mehr als viele parallele Kommentare.
2. Begriffe wandern durch den Bericht
Umsatz, Ergebnis, Wertschöpfung, Wesentlichkeit, Emissionen, Lieferkette, Governance: Berichte arbeiten mit Begriffen, die wiederkehren. Wenn diese Begriffe unterschiedlich übersetzt werden, verliert der Text an Klarheit.
Legen Sie zentrale Begriffe früh fest. Nutzen Sie vorhandene Terminologielisten, Vorjahresberichte oder freigegebene Formulierungen. So bleibt der Bericht über Sprachen, Kapitel und Märkte hinweg konsistent.
3. Tabellen und Fließtext erzählen nicht dasselbe
Viele Berichte kombinieren Text, Tabellen, Grafiken und Bildlegenden. Werden diese Elemente getrennt bearbeitet, schleichen sich Abweichungen ein: andere Einheiten, andere Überschriften, andere Begriffe.
Denken Sie Tabellen, Grafiken und Fließtext zusammen. Prüfen Sie, ob Überschriften, Legenden, Fußnoten und Textverweise sprachlich und inhaltlich zueinanderpassen.
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4. Zu viele Beteiligte, zu wenig klare Entscheidungen
Finance, ESG, Legal, Investor Relations und Kommunikation verfolgen unterschiedliche Schwerpunkte. Das ist normal. Schwierig wird es, wenn niemand entscheidet, welche Formulierung am Ende gilt.
Legen Sie Zuständigkeiten fest: Wer entscheidet über Zahlen, ESG-Begriffe, juristische Formulierungen und Tonalität? So vermeiden Sie widersprüchliche Rückmeldungen und späte Korrekturschleifen.
5. Der Bericht stimmt fachlich, liest sich aber schwer
Gerade Nachhaltigkeitsberichte sind fachlich dicht. Wenn die Übersetzung zu nah am Ausgangstext bleibt, kann sie in der Zielsprache sperrig oder unklar wirken.
Denken Sie an die Menschen, die den Bericht lesen. Sie brauchen präzise Informationen, aber keine unnötig komplizierten Sätze. Gute Übersetzungen halten die fachliche Aussage und machen sie in der Zielsprache verständlich.
Fazit
Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte brauchen klare Prozesse, konsistente Begriffe und ein gutes Verständnis für die Zielgruppen. Wer Versionen, Terminologie, Zuständigkeiten und Freigaben früh klärt, reduziert Rückfragen und sorgt dafür, dass der Bericht in jeder Sprache verlässlich wirkt.
Unsere Checkliste zeigt, welche Angaben vor Projektstart helfen.
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